Ausführliche Heizlastberechnung – Effiziente Planung für Ihr Zuhause
In den nächsten Zeilen erläutern wir detailliert, welche Faktoren in eine Heizlastberechnung einfließen und wie moderne Standards – wie der KfW-Effizienzhaus-Status – den Wärmebedarf erheblich reduzieren können.
Wichtige Einflussfaktoren
Bei der Berechnung der Heizlast werden verschiedene Parameter berücksichtigt, die den Wärmeverlust eines Gebäudes beeinflussen:
1. Baujahr und Dämmstandard
- Baujahr: Ältere Gebäude (vor 1970) weisen in der Regel eine schlechtere Dämmung auf und benötigen daher mehr Heizenergie. Moderne Gebäude (nach 1990) profitieren von aktuellen Bauvorschriften und energetischen Standards.
- KfW-Effizienzhaus-Status: Ein Gebäude mit KfW-Effizienzhaus-Standard (z. B. KfW 55, KfW 40 oder KfW 40 Plus) ist in der Regel sehr gut gedämmt. Ein KfW-Haus kann jedoch nur bei Gebäuden gelten, die nach 1990 gebaut wurden. Diese Standards führen zu erheblichen Reduktionen der Heizlast.
2. Fensterverglasung
Die Art der Verglasung beeinflusst den Wärmeverlust:
- Einfachverglasung: Hoher Wärmeverlust, insbesondere bei älteren Gebäuden.
- Zweifach- oder Dreifachverglasung: Reduzierte Wärmeverluste durch bessere Isolierung, was den Heizbedarf senkt.
3. Regionale klimatische Bedingungen
Das Bundesland bzw. die regionale Klimazone spielt eine große Rolle. In kälteren Regionen mit höheren Heizgradtagen (wie Brandenburg, Mecklenburg‑Vorpommern oder Schleswig‑Holstein) ist der Wärmebedarf höher als in wärmeren Regionen (wie Bayern oder Rheinland‑Pfalz).
4. Gebäudegröße und Nutzung
- Wohnfläche: Der Wärmebedarf wird häufig auf Basis der Wohnfläche (in Quadratmetern) abgeschätzt. Eine Standardannahme kann beispielsweise zwischen 180 und 250 kWh pro m² liegen, abhängig vom Baujahr und Dämmstandard.
- Wohneinheiten: In Mehrfamilienhäusern können interne Wärmegewinne zu einer Effizienzsteigerung führen, sodass der spezifische Wärmebedarf pro Wohneinheit sinkt.
- Anzahl der Heizkörper: Eine größere Anzahl an Heizkörpern kann auf eine ungleichmäßige Wärmeverteilung hindeuten, was zu einem leicht erhöhten Wärmebedarf führen kann.
5. Warmwasserbedarf
Neben dem Heizbedarf für den Wohnraum muss auch der Warmwasserbedarf berücksichtigt werden. In vielen Berechnungsmodellen wird ein Wert von ca. 1.000 kWh pro Person und Jahr angenommen.
Beispiel einer Heizlastberechnung
Um die praktische Anwendung zu verdeutlichen, stellen wir ein Beispiel vor:
Beispiel: Älteres Einfamilienhaus
- Baujahr: Vor 1970
- Fenster: Einfachverglasung
- KfW-Status: Nicht vorhanden
- Bundesland: Brandenburg (kältere Region)
- Wohnfläche: 150 m²
- Wohneinheiten: 1
- Heizkörper: 5
- Energieverbrauch: 15.000 kWh/Jahr (direkt angegeben oder anhand der Fläche geschätzt)
- Warmwasser: 3 Personen (3.000 kWh/Jahr)
Berechnung:
Durch Multiplikation der Faktoren (z. B. ein Faktor für Baujahr, Fenster, regionale Einflüsse und Heizsystem) und Skalierung mit der Wohnfläche ergibt sich eine Gesamt-Heizlast, die sowohl den Raumwärmebedarf als auch den Warmwasserbedarf berücksichtigt. Bei einem Gesamtwert von etwa 38.500 kWh/Jahr und einem Umrechnungsfaktor von ca. 2.500 kWh pro kW Heizleistung ergibt sich eine benötigte Heizleistung von rund 15 kW.
Fazit
Eine präzise Heizlastberechnung berücksichtigt zahlreiche Parameter – von Baujahr und Fensterqualität bis hin zu regionalen klimatischen Bedingungen und Warmwasserbedarf. Mit modernen Standards und fundierten Berechnungsmodellen können Sie nicht nur Energie und Kosten sparen, sondern auch den Wohnkomfort erhöhen.
Wenn Sie Fragen zu unserer Berechnung oder individuelle Beratung wünschen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
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